Startseite » Schriftgeschichte » Karolingische Minuskel

Die Karolingische Minuskel

Abt Alkuin von York
Beispiel für die Karolingische Minuskel

Das Frankenreich Karls des Großen - es erstreckte sich von den Pyrenäen bis zum Baltikum - war das erste westliche Imperium nach dem Untergang Roms. Für ein solch großes Reich war eine einheitliche Schrift unabdingbar.

Die Halbunzialis hat sich im 8. Jahrhundert stark gewandelt. Zahlreiche Abkürzungen und Ligaturen erschwerten die Lesbarkeit der Texte, was eine Reform dieser Schrift notwendig machte.

Abt Alkuin von York (732 - 804) entwickelte das Alphabet der Halbunziale weiter zur Karolingischen Minuskel. Die Karolingische Minuskel wurde zur etablierten Schrift des gesamten Reiches. Dies war ein wichtiger Schritt zur Vereinheitlichung der Schrift in ganz Westeuropa. Mit dieser Schrift war auch die Entwicklung von der reinen Majuskel-Schrift hin zu einer Schrift mit Groß- (hierzu wurde die Capitalis Monumentalis verwendet) und Kleinbuchstaben abgeschlossen.

Zahlreiche altlateinische Texte sind uns aus Abschriften karolingischer Scriptorien überliefert worden. In der Renaissance ging man davon aus, daß diese Abschriften die ursprüngliche Schrift der Antike war. Aus dieser irreführenden Annahme entstand der heute noch gebräuchliche Name Antiqua.

Die karolingische Minuskel überdauerte immerhin etwa drei Jahrhunderte.